Preis für gute Lehre an Prof. Dr. Andreas Kist

Portraitfoto von Prof. Dr. Kist
Prof. Dr. Andreas Kist, FAU Professur für Artificial Intelligence in Communication Disorders. (Bild: FAU/Georg Pöhlein)

Für ihr herausragendes Engagement erhalten zwei Dozenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) den Preis für gute Lehre des Bayerischen Wissenschaftsministeriums, darunter Prof. Dr. Andreas Kist, Juniorprofessur für Artificial Intelligence in Communication Disorders. Mit dem Preis würdigt Wissenschaftsminister Markus Blume exzellente Lehre an Hochschulen in ganz Bayern.

Studierenden auch Werte vermitteln

Prof. Dr. Andreas Kist aus dem Department AIBE der Technischen Fakultät beschäftigt sich mit Methoden der automatisierten Signalverarbeitung, also mit Verfahren, die Bilder, Videos oder Audioinhalte erkennen, analysieren und interpretieren können. Gemeinsam mit seinem Team setzt er beispielsweise Künstliche Intelligenz ein, um Videomaterial von Patientinnen und Patienten mit Schluckstörungen auszuwerten. Hauptberuflich befasst sich Andreas Kist seit 2018 mit Künstlicher Intelligenz, ursprünglich kommt er jedoch aus den Naturwissenschaften: Er studierte Molekulare Medizin an der FAU und promovierte anschließend in den Neurowissenschaften.

„Ich bin kein gelernter Ingenieur, eher Naturwissenschaftler, der jetzt auf Abwegen ist“, beschreibt Prof. Kist seinen eigenen Werdegang. Denn nun befindet er sich an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin und Technik – und hält beispielsweise Lehrveranstaltungen zu kognitiver Neurowissenschaft für KI-Entwickler. Zudem vermittelt er seinen Studierenden Grundlagen im Bereich Data Science und KI. Wichtig sei ihm dabei, dass die Studierenden praxisnah und anwendungsorientiert lernen. „Im Deutschen gibt es das Wort ‚begreifen‘. ‚Begreifen‘ ist semantisch ein wunderschönes Wort, weil ich etwas nur verstehe, wenn ich es anfassen kann.“

So organisiert der Juniorprofessor jedes Sommersemester eine praxisorientierte Tracking-Olympiade. Hierbei fordert er seine Studierenden dazu heraus, Hexbugs, sich willkürlich fortbewegende Miniatur-Roboter, mithilfe eines selbst geschriebenen Algorithmus nachzuverfolgen. Das beste Team erhält den Tracking-Pokal und gewinnt die Olympiade. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Nachdem ich die Grundlagen erklärt habe, geht es darum, dass die Studierenden eigenständig Lösungen entwickeln.“ Letztlich gehe es vor allem auch darum, Relevanz zu vermitteln: Welche Auswirkungen hat die eigene Forschung auf die Gesellschaft? Was kann ich mit meinen neu erlernten Fähigkeiten bewirken? „Und Relevanz ist Praxis“, sagt Prof. Kist.

Im Umkehrschluss erwarte er von seinen Studierenden aktives Engagement. „Dieses generelle Interesse, dass Leute einfach Bock haben, hier sein möchten und etwas lernen wollen. Das ist mir wichtig.“

Sich selbst sieht Andreas Kist in einer übergeordneten Pflicht: „Umso besser ich Studierende ausbilde, desto besser geht es der Gesellschaft. Denn es geht ja nicht nur darum, dass Studierende wissen, wie ein neuronales Netz funktioniert.“ Für ihn sei es ebenso entscheidend, Werte zu vermitteln: „Wenn man Fähigkeiten wie kritisches Hinterfragen, Faktenchecks und wissenschaftliche Herangehensweisen mitvermittelt, arbeitet man aktiv gegen Populismus und den Trend in der Gesellschaft, sich einfach hinzustellen und zu sagen ‚Glaube ich nicht!‘, obwohl die Fakten auf dem Tisch liegen.“

Über den Preis für gute Lehre

Jedes Jahr nominiert die FAU zwei Lehrende, die vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit dem Preis für gute Lehre ausgezeichnet werden. Die Studierendenvertretung wählt die Kandidat/-innen aus, die der Universitätspräsident im Anschluss daran vorschlägt. Der Preis würdigt die Arbeit der besten Lehrpersonen an staatlichen bayerischen Universitäten und ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Voraussetzung für die Verleihung des Preises ist eine herausragende Lehrleistung über die Dauer von wenigstens zwei Studienjahren an einer Universität in Bayern.

Wissenschaftsminister Markus Blume (Mitte) mit den Preisträgerinnen und Preisträger 2025 sowie Präsidentinnen und Präsidenten der ausrichtenden Hochschulen (Bild: Axel König/StMWK)

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Andreas Kist
FAU Juniorprofessur für Artificial Intelligence in Communication Disorders
andreas.kist@fau.de

Die vollständige Meldung zu beiden Trägern des Bayerischen Lehrpreises an der FAU können Sie hier lesen: www.fau.de/2026/04/news/zwei-fau-dozenten-erhalten-preis-fuer-gute-lehre/