EU-Fonds fördert den Transfer von FAU-Innovationen im Bereich der induktiven Energieübertragung in die bayerische Wirtschaft
Die kontaktlose Übertragung elektrischer Energie aus der Straße in parkende und fahrende Elektro-Pkw und -Lkw löst wesentliche Bedenken gegenüber der Elektromobilität auf: Ladezeiten und Reichweitenbegrenzung werden eliminiert, Kosten, Gewicht und Ressourcenverbrauch durch große Batterien werden minimiert. Um den Transfer der bereits seit über 10 Jahren am Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) unter Leitung von Prof. Jörg Franke erforschten magnetische Resonanzkopplungs-Technologie (Inductive Power Transfer, IPT) in die Anwendung zu beschleunigen, stellt der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über einen Förderzeitraum von fast drei Jahren fünf Millionen Euro zur Verfügung.
In dem Großprojekt mit dem Namen „Power Electronic Systems for Electrified Roads (PES4E|ROAD)“ unterstützt der Lehrstuhl FAPS in Kooperation mit dem E|Road-Center des IISB in Hallstadt bayerische Unternehmen beim Aufbau von Wertschöpfungsinhalten insbesondere für die in die Fahrbahn zu verlegenden Spulen, für die Leistungselektronik in den Fahrzeugen sowie für die Schaltschranksysteme zur Anbindung an das Stromnetz. Bereits 30 spezialisierte Technologieanbieter haben ihr konkretes Interesse zum Aufbau von Entwicklungs- und Produktionskapazitäten dazu bekundet. Das Projekt PES4|ERoad steht darüber hinaus allen bayerischen Unternehmen offen.
„IPT ermöglicht es, elektrische Energie ohne Kabel auf stehende oder dynamisch auf fahrende Fahrzeuge zu übertragen, zum Beispiel auf Parkplätzen, an Bushaltestellen, Taxiständen oder direkt in Straßenabschnitten“, erläutert der Leiter des Forschungssektors Antriebsstrang am Lehrstuhl FAPS, Prof. Florian Risch.
Kompetenzaufbau für die bayerische Wirtschaft
Das Vorhaben umfasst zwölf besonders innovative Teilprojekte, die bayerischen Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil im sich international gerade etablierenden Markt für elektrifizierte Straßen verschaffen sollen. Durch enge Kooperation zwischen dem Lehrstuhl FAPS sowie dem E|Road-Center mit interessierten Unternehmen sollen neue Produktideen, Systemarchitekturen und Fertigungskonzepte entwickelt, erprobt und in spezifische reale Anwendungen überführt werden. Die Industrie-Unternehmen erhalten durch PES4E|Road Zugang zu aktuellem Forschungswissen, zu erprobten Komponenten und zu anwendungsnahen Produktions- und Prüfsystemen.
Neben der technischen Entwicklung spielt die Qualifizierung von Mitarbeitenden in Unternehmen eine zentrale Rolle. Schulungs- und Demonstrationsangebote sollen Fachkräfte mit den Grundlagen der IPT-Technologie, den relevanten Normen sowie typischen Entwurfs- und Produktionsschritten vertraut machen.
„Mit dem Projekt schaffen wir die Voraussetzungen, damit Unternehmen eigene Produkte und Dienstleistungen im Umfeld induktiver Ladesysteme entwickeln und qualifiziert in den Markt bringen können. Gleichzeitig trägt es dazu bei, die Wertschöpfung rund um die kontaktlose Energieübertragung in der Region zu verankern und die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen und europäischen Wirtschaft im Bereich der elektrischen Straßeninfrastrukturen nachhaltig zu stärken“, betont der akademische Geschäftsführer des Lehrstuhls FAPS und PES4E|Road-Projektleiter Dr. Jochen Lorz.
Ein weiteres Projekt am FAPS beschäftigt sich ebenfalls mit der Technologie der induktiven Energieübertragung:
Weitere Informationen:
Dr.-Ing. Jochen Lorz
Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik
jochen.lorz@faps.fau.de
