Erfolgreiche Habilitation: Prof. Dr. habil. Jens Kirchner

Drei Personen stehen vor einer hellblauen Wand mit weißer Aufschrift. Die Personen schauen freundlich lächelnd in die Kamera.
v. l. n. r.: Prof. Dr.-Ing. Marc Stamminger, Prof. Dr. habil. Jens Kirchner, Prof. Dr.-Ing. Georg Fischer

Prof. Dr. habil. Jens Kirchner hat seine Habilitation im Fachgebiet Medizinelektronik erfolgreich abgeschlossen. Der Dekan der Technischen Fakultät, Prof. Dr.-Ing. Marc Stamminger, gratulierte bei der Übergabe der Habilitationsurkunde zum Erhalt der Lehrbefähigung.

Seine Motivation zu habilitieren und seine Pläne für die Zukunft hat uns Herr Kirchner in einem Kurzinterview verraten. Der Öffentlichkeit wird Herr Kirchner seine Forschung voraussichtlich am Tag des Departments EEI 2026 vorstellen.

Thema der Habiliationsschrift

„Experimentelle Molekulare Kommunikation – Elektronische Schaltungen und multiphysikalische Testbeds“

Was war Ihre Motivation zu habilitieren?

Das war zum einen das Forschungsthema: Bei der molekularen Kommunikation untersuchen wir, wie sich Information mit Hilfe von Molekülen übertragen lassen anstatt klassisch mit elektromagnetischen Wellen. Dieses Konzept ist von biologischen Systemen inspiriert und zielt daher insbesondere auf Anwendung im menschlichen Körper ab. Das Forschungsfeld ist noch ausgesprochen jung und bietet daher viel Raum, einen eigenen Beitrag zu leisten. Dabei lässt sich miterleben, wie in den letzten Jahren die konzeptionellen Überlegungen in erste experimentelle Aufbauten umgesetzt wurden und nun diese Aufbauten und die zugehörigen Modelle den tatsächlichen biologischen Systemen immer näher kommen. Es ist toll, daran beteiligt zu sein.

Bei dieser Arbeit ist man nicht allein, und das ist der zweite Punkt, der mich motiviert hat: die Zusammenarbeit mit anderen Forschenden. Das ist einmal ein starker interdisziplinärer Austausch, da bei den Projekten die Ingenieurwissenschaften mit Medizin, Biologie, Chemie und verwandten Disziplinen zusammenwirken. Das ist zum anderen auch die Zusammenarbeit mit Menschen auf unterschiedlichen Karrierestufen: angefangen bei der Vermittlung der Grundlagen der eigenen Forschung in Lehrveranstaltungen, über Abschlussarbeiten bis hin zur Betreuung von Promotionen und der Entwicklung neuer Projekte. Dabei gemeinsam eine neue Idee voranzutreiben, die dann in eine Publikation, eine Promotion oder einen Förderantrag mündet, macht ungeheuer Spaß.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Ich habe das Glück, die Forschungs- und Lehrtätigkeit auch in Zukunft fortführen zu können: Ich habe seit 2023 eine Professur für Elektronik in der Medizintechnik an der FH Dortmund und bin außerdem hier an der FAU als assoziierter Professor am Lehrstuhl für Intelligente Technische Elektronik und Systeme (LITES) tätig. An beiden Standorten betreue ich Doktorand/-innen und wirke in Forschungsprojekten mit.

Dabei liegen meine Schwerpunkte methodisch auf zwei Bereichen: der Entwicklung physikalisch-biologischer Modelle und der Entwicklung von Versuchsaufbauten, hierbei insbesondere auf den Sensoren. Konkreter betrachten wir in meinen Arbeitsgruppen die Bewegung von Nanopartikeln im Körper, die Haut als Schnittstelle zwischen Körper und Medizinprodukten sowie tragbare Sensorik zum Monitoring chronischer Krankheiten. Mit der molekularen Kommunikation bieten sich hier verschiedene Schnittmengen, aber es kommen auch weitere Aspekte hinzu. Neben den rein technischen Fragestellungen möchte ich in Zukunft auch die Verbindung zu meinem zweiten Standbein in der Philosophie weiter stärken und die ethischen Aspekte der Forschungsthemen untersuchen.

Herzlichen Dank, Herr Kirchner. Wir wünschen Ihnen alles Gute!


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