Dr.-Ing. habil. Maximilian Schäfer hat seine Habilitation im Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnik erfolgreich abgeschlossen. Der Dekan der Technischen Fakultät, Prof. Dr.-Ing. Marc Stamminger, gratulierte bei der Übergabe der Habilitationsurkunde zum Erhalt der Lehrbefähigung.
Seine Motivation zu habilitieren und seine Pläne für die Zukunft hat uns Herr Schäfer in einem Kurzinterview verraten. Herr Schäfer wird seine Forschung am Tag des Departments EEI am 10. Juli 2026 der Öffentlichkeit vorstellen.
Thema der Habiliationsschrift
„Synthetic Molecular Communication: From Communication-theoretical Modeling to Experimental Verification“
Was war Ihre Motivation zu habilitieren?
Eigentlich war es weniger eine bewusste Entscheidung als eine natürliche Entwicklung. Schon während der Promotion hat mich Forschung einfach begeistert – damals noch stark theoretisch geprägt, mit Signalverarbeitung und der Modellierung von Musikinstrumenten. Irgendwann bin ich dann zur molekularen Kommunikation gekommen, und dieses Forschungsfeld hat mich sofort in seinen Bann gezogen: die Interdisziplinarität, die Verbindung von Ingenieurwissenschaften mit Biologie und Medizin, die innovativen und breiten Anwendungen im Bereich der Medizin, Landwirtschaft und Industrie. Da war eigentlich schnell klar – hier möchte ich weitermachen.
Die akademische Laufbahn hat für mich einen ganz besonderen Reiz: die Freiheit, eigene Ideen zu verfolgen, neue Fragen zu stellen und kreativ zu sein. Forschung fühlt sich für mich nie wie Arbeit an – es macht mir schlicht Spaß, Dinge zu verstehen, neue Konzepte zu entwickeln und zu sehen, wie aus einer Idee ein Ergebnis wird. Dazu kommt die Betreuung von Studierenden und Doktorandinnen und Doktoranden. Gemeinsam an einem Problem zu arbeiten, zu erleben, wie jemand in ein Thema hineinwächst und eigene Stärken entwickelt – das empfinde ich als genauso bereichernd wie die Forschung selbst. Die Habilitation war für mich also kein gesetztes Ziel, dem ich nachgelaufen bin, sondern der konsequente nächste Schritt auf einem Weg, den ich einfach sehr gerne gehe.
Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Im Wesentlichen möchte ich genau das weiterführen, was mich schon hierher gebracht hat – nur mit mehr Tiefe und mehr Gestaltungsspielraum. An der FAU baue ich meine Forschung am Lehrstuhl für Digitale Übertragung weiter aus, und methodisch liegen meine Schwerpunkte auf zwei Bereichen: der theoretischen Analyse und Modellierung von molekularen Kommunikationssystemen sowie der experimentellen Umsetzung dieser Systeme gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen. Dabei möchte ich mich auf ein breites Anwendungsfeld konzentrieren.
Konkret beschäftigt mich zum Beispiel, wie sich Moleküle in vaskulären und lymphatischen Netzwerken bewegen, wie man solche Systeme modellieren und für gezielte Anwendungen in der Medizin nutzbar machen kann – sei es für neue Konzepte zum Gesundheitsmonitoring oder zur gerichteten Medikamentengabe zur früheren Erkennung sowie zur effizienteren Behandlung von Krankheiten. Aber auch ganz andere Einsatzfelder finde ich faszinierend: etwa die Frage, ob sich molekulare Kommunikation für umweltschonende Ansätze im Pflanzenschutz nutzen lässt – inspiriert von der chemischen Kommunikation zwischen Pflanzen und Insekten in der Natur.
Genau diese thematische Breite und die vielseitigen Anwendungsbereiche der molekularen Kommunikation – von der Medizin bis zur Umwelttechnik – sind für mich das, was mich an diesem Forschungsfeld so fasziniert und mich motiviert. Und last but not least, natürlich die Menschen, die diesen Weg mit mir gehen: Kolleginnen und Kollegen, Doktorandinnen und Doktoranden, Studierende – gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und zu sehen, wie ein Forschungsfeld wächst, das bleibt für mich der schönste Teil der ganzen Sache.
Haben Sie Fragen zum Habilitationsverfahren an der Technischen Fakultät der FAU? Sie finden Informationen und Ansprechpersonen rund um das Thema Habilitation auf dieser Webseite.
