Dr.-Ing. Silvia Budday erhielt Heinz Maier-Leibnitz-Preis

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Dr.-Ing. Silvia Budday (Foto: privat)

Nachwuchsforscherin Dr. Silvia Budday vom Lehrstuhl für Technische Mechanik wurde von der DFG mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet – dem wichtigsten deutschen Forschungspreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die offizielle Preisverleihung fand am 4. Mai 2021 statt. Im BR/Frankenschau erklärt Frau Budday in einem 4-minütigen Video-Clip ihr Forschungsgebiet.

Den Gehirnwindungen auf der Spur

In ihrer Forschung beschäftigt sich Dr. Silvia Budday mit der Gehirnmechanik: Warum ist unser Gehirn gefaltet? Welche Auswirkungen haben die mechanischen Eigenschaften dieser Furchen? Die Nachwuchswissenschaftlerin hat 3D-Computer-Modelle des Gehirns erstellt, die sich aus kleinen Würfeln zusammensetzen, die die verschiedenen Gehirnareale repräsentieren. Mithilfe dieser Modelle ist es möglich, die Mechanik einzelner Gehirnareale zu betrachten. Damit könnten beispielsweise Operationen simuliert, aber auch Diagnosen von Krankheiten verbessert werden. Erkrankungen wie Epilepsie oder Schizophrenie sind häufig mit Fehlbildungen des Gehirrns verbunden, was Einfluss auf dessen Funktion hat. Auch bei Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson verändern sich die mechanischen Eigenschaften des Gehirns. Bei vielen Erkrankungen zeigen sich die Symptome jedoch erst, wenn es zu spät ist. Dank der Modelle könnten sie früher erkannt werden. Zudem nutzt Budday ihre Methode, um in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Anatomie und den Lehrstühlen für Biomaterialien und Biophysik der FAU Ersatzmaterialien für weiche Gewebe zu identifizieren, wie zum Beispiel Hydrogele, die ähnliche mechanische Eigenschaften wie die natürlichen Gewebe aufweisen. Somit leistet sie auch im Gebiet des Tissue Engineerings, also der Gewebekonstruktion und -züchtung, einen wichtigen Beitrag.

„Das Gehirngewebe gehört zu der ultraweichen Materialklasse – diese ist aufgrund ihrer herausfordernden Eigenschaften sehr schwer zu modellieren. Dr. Silvia Budday hat es geschafft, dass das Gehirngewebe in übersichtlicher und nachvollziehbarer Weise in Simulationen untersucht werden kann“, sagt Prof. Dr. Paul Steinmann, Inhaber des Lehrstuhls für Technische Mechanik. „Ihre Arbeiten zur Modellierung von Gehirngewebe im Abgleich mit experimentellen Befunden sind daher sowohl für die Biomechanik als auch die Neuromedizin von größter Bedeutung.“

Bereits ein Blick in ihren Werdegang zeigt, dass die junge Wissenschaftlerin zu den hochtalentierten Nachwuchskräften gehört: Silvia Budday studierte Maschinenbau am Karlsruher Institut für Technologie, wo sie als beste Absolventin mit dem Irene-Rosenberg-Preis ausgezeichnet wurde. Ihre Doktorarbeit, die sie 2017 am LS Technische Mechanik abschloss, wurde gleich von zwei Fachgesellschaften ausgezeichnet. Zudem erhielt sie im Jahr 2018 den Bertha-Benz-Preis, wurde im Rahmen der Emerging Talents Initiative sowie der Emerging Fields Initiative der FAU gefördert und ist von der DFG in das Emmy-Noether-Programm aufgenommen worden. Erst im vergangenen Jahr wurde Budday als Erste an der FAU der Status einer Nachwuchsgruppenleiterin verliehen.

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